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Infos und Mitteilungen
     
  Monatsarbeiten Juni
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, Juni 2024)
Autor: Klaus Nasilowski

- Bei Streuobstwiesen erste oder bereits zweite Mahd der Wiese durchführen, um den Druck durch Essigfliegen und die Konkurrenz zum Wasser zu reduzieren.

- Unter den Obstgehölzen Unkraut und Stockausschläge entfernen.

- Bei zu starkem oder zu dichtem Neuaustrieb Triebe durch Reißen entfernen (Juniriß).

- Triebspitzen mit Mehltau (Apfel und Stachelbeere) oder Monilia (Steionobst) ins gesunde Holz zurückschneiden.

- Rechtzeitig zum Umfärben der Kirschen von Grün auf Rot Gelbtafeln und Kirschessigfliegenfallen in die Kirschbäume oder in Nachbarbäume hängen. Sie fangen einen Teil der Fruchtfliegen ab.

- Vogelschutznetze über früh reifende Kirschbäume legen oder Vergrämungsgeräte aufstellen.
 
                  
  Monatsarbeiten Mai
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, Mai 2024)
Autorin: Ute Ellwein


- Bei Erdbeerpflanzen die Fruchtstengel vorsichtig mit Stroh unterlegen. Ausläufer entfernen um die Pflanzen zu entlasten oder auf eine Seite legen, falls die Ableger vermehrt werden sollen.

- Bei Tafeltrauben überschüssige Rispen entfernen, bei sehr kompakten Traubensorten können die „Schultern“, also die oberen Seitenverzweigungen abgeschnitten werden.

- Süßkirschen auf schwachwachsender Unterlage nun regelmäßig wässern und mit Mehrnährstoffdüngern versorgen. Das Röteln wird so nicht verhindert, aber die verbleibenden Früchte sind stabiler und größer.

- Überschüssige Bodentriebe bei Johannisbeeren und Stachelbeeren entfernen.

- Herbsthimbeeren in Drahtrahmen einfädeln.

 
                  
  Monatsarbeiten April
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, April 2024)
Autorin: Klaus Nasilowski

- Bis zur Blüte können Obstbäume noch geschnitten werden. Der sehr späte Schnitt eignet sich für starkwüchsige Bäume, denn dadurch wird der Wuchs gehemmt.

- Bäume vor dem Austrieb kontrollieren: Anbinder prüfen und bei Bedarf erneuern, Leimringe entfernen.

- Baumscheiben oder Baumstreifen um schwachwachsende Obstbäume von Gras und Beikraut freihalten.

- Vor der Blüte Bienenstöcke an den Obstbäumen aufstellen oder aufstellen lassen. Alternativ oder ergänzend können Gehörnte oder Rote Mauerbienen eingesetzt werden.

- Steinobst: Um Infektionen mit dem Monilia-Pilz vorzubeugen sind zwei Spritzungen in die aufgehende Blüte mit dafür zugelassenen Fungizid vorzunehmen.

- Die austreibenden Bäume auf Befall durch den Frostspanner untersuchen und bei Bedarf mit einem Bacillus-Thuringiensis-Mittel bekämpfen.

- Die Blütenbüschel der austreibenden Jungbäume auf das Auftreten von Blattläusen kontrollieren und bei Bedarf mit einem bienenverträglichen Mittel (Neem-Azal, Teppeki) bekämpfen.
 
                  
  Monatsarbeiten März
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, Januar 2024)
Autorin: Ute Ellwein

- Unterstützungsgerüste, Pfahl- und Drahtfixierungen überprüfen

- Wurzelschosser entfernen, Schnittstellen mit Erde bedecken

- Verzweigung fördern durch Kerben an kahlen jungen Stämmen bei Knospenschwellen

- Erdbeeren: bei Verfrühung die Temperatur beachten, bei Bedarf lüften, zur Blüte abdecken

- Bei Him- und Brombeeren die Jungruten auf die erforderliche Anzahl (Brombeere 4 bis 5 pro Stock, Himbeere 8 bis 12 pro Meter) reduzieren und befestigen. Die Triebspitzen werden auf eine einheitliche Höhe, ca. 10 cm über dem obersten Draht gekürzt

- Bei Pfirsich und Nektarine auf die Infektionstermine für Kräuselkrankheit achten

- Alle Beerensträucher mit Düngergaben zum Austrieb unterstützen. Auch an Magnesium und Spurennährstoffe denken

- Zur Baumpflanzung die vorhandene Erde mit Kompost und Sand mischen, bei Nachbau einen Langzeitdünger mit Spurenelement ins Pflanzloch geben

- Sollen ältere Bäume im April veredelt werden, können jetzt schon die Kronen abgeworfen werden. Die Äste oder Triebe auf ca. 10 cm über die vorgesehene Veredlungshöhe absägen

- Baumschnitt bei trockenem Wetter zügig forführen
 
                  
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          Baumschneidekurs am 9. März 2024

          Einladung und Wegbeschreibung
 
                  
  Monatsarbeiten Januar
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, Januar 2024)
Autorin: Ute Ellwein

- Baumscheiben sorgfältig auf Mäuse kontrollieren, bei Bedarf Fallen stellen, Stammgrund frei halten von Mulchschicht

- Weißanstrich am Stamm anbringen, bzw. erneuern

- Veredlungsreiser schneiden und für die Frühjahrsveredlung lagern

- Kranke, abgestorbene Bäume oder Baumteile entfernen, bei Bedarf Winterschutz anbringen z. B. bei Feigen (Stamm, Stammbasis)

- Erdbeeren Ende des Monats mit Vlies bedecken

- Unterstützungsgerüste, Pfahl- und Drahtfixierungen überprüfen, eingewachsene Fixierungen festgebundener Stämme oder Äste auftrennen, lösen und erneuern


- Infektionstermine für Kräuselkrankheit an Pfirsich und Nektarine beachten
 
                  
  Richtiges Kompostieren Teil 2
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, Mai 2023)
Autorin: Sonja Schwedtke (www.staudengaertnerei-bornhoeved.de)

Optimal sind zwei oder drei Kompost-Quartiere: Einer für den frischen Kompost, der aktuell anfällt; einer, auf den der frische Kompost nach etwa 3 Monaten umgesetzt wird und wo er noch ein halbes Jahr reifen kann. Und wenn genug Platz ist noch ein dritter, auf den wiederum der frische Kompost nach 3 Monaten umgesetzt wird um dann dort zu reifen.

Ein Kompost braucht etwa ein dreiviertel Jahr bis ein Jahr bis er fertig ist. Dann wird die Humuserde gesiebt, grobe Stücke kommen einfach noch einmal auf den neuen Kompost. Lässt man den Kompost länger reifen, wird der Anteil der Nährstoffe zwar geringer, aber lange gereifter Kompost enthält langlebige Humuskomplexe, die den Boden nachhaltig verbessern.

Ein Kompostquartier kann 2 x 2 Meter oder 3 x 3 Meter sein, abgetrennt durch Holz oder was grad so da ist. Wichtig ist, dass der Rotteprozess in Ruhe stattfinden kann, so ein Kompost kann auch schon mal ganz schön warm werden! Wenn er ordentlich gemacht ist, dampft er durchaus manchmal. Die entstehende Wärme tötet – so ist es im Idealfall – Unkrautsamen und Wurzeln ab.
Man kann aus allem eine Wissenschaft machen, muss man aber nicht. Es soll ja praxistauglich sein! Viele Gärtner haben nur einen Komposthaufen:
Einen Komposthaufen, auf den alles kommt, was anfällt (außer Wurzelunkräutern und siehe oben), er bleibt 2 bis 3 Jahre stehen und wenn man dann mal dazu kommt, wird die oberste Schicht abgetragen. Darunter ist wunderbare Erde entstanden, die dann auf Beete ausgebracht oder ins Topfsubstrat beigemischt wird. Mit dem, was oben abgetragen wurde, fängt man dann einfach unten wieder an.

Ausgebracht wird Kompost, um die Struktur sehr sandiger oder auch sehr lehmiger Böden zu verbessern. Er kann jedes Jahr im Frühling oder Herbst auf die Beete verteilt werden. Auch für Neuanlagen empfiehlt sich eine gute Gabe vom Gold des Gärtners um den Pflanzen den Start zu erleichtern.

Tipp: Komposttee

Komposttee ist ein Kaltwasserauszug aus Kompost zur Pflanzenstärkung. Angesetzt wird 1 Liter reifer Kompost auf 10 Liter Wasser, einige Stunden ziehen lassen, rühren. Abseihen und 1 : 5 mit Wasser verdünnt spritzen oder gießen. Wirksam bei Rosen, vorbeugend gegen Pilzkrankheiten. Bei Gemüse, für Jungpflanzen und alle, die eine Extra-Stärkung nötig haben.

Spannend finde ich auch die Idee von Flächenkompostierung: Ganz frische, gut gemischte Kompostgrundzutaten können als Mulchschicht im Garten ausgebreitet werden. Dieser Rohkompost, in dem die Einzelteile noch gut zu erkennen sind, spart sich den Weg über den Komposthaufen und bringt direkt Nährstoffe in die Beete. Das geht gut zwischen Sträuchern, Obstgehölzen oder im Gemüsegarten.

Schluss
 
                  
  Richtiges Kompostieren Teil 1
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, Mai 2023)
Autorin: Sonja Schwedtke (www.staudengaertnerei-bornhoeved.de)


Für manche ist das, was sie im Garten abschneiden, ausjäten, mähen oder aufharken nur Bio-Müll (mit Betonung auf Müll), für andere ist es die Grundlage neuen Lebens.
Kompost ist das Gold der Gärtner

Aus Laub und Zweigen, Unkraut und Küchenabfällen entsteht neue, gute Erde. Im Prinzip passiert ja in der Natur nichts Anderes: Die Laubgehölze werfen im Herbst ihre Blätter ab, die Stauden ziehen über Winter ein, es bleiben nur trockene, braune Reste nach. Die werden unter Mithilfe von Bodenlebewesen wieder zu Erde. So bleiben die Nährstoffe im Kreislauf. Im Garten ist das anders, da wird vieles abgeschnitten, weggefegt und ausgejätet, das Trockene an den Stauden im Frühling entfernt. Dadurch entsteht ein Mangel an Nährstoffen, der dann durch eine gezielte Düngung ersetzt werden muss. Oder durch eine Kompostgabe.

Wie nun macht man Kompost? Warum haben so viele Menschen Angst vor einem stinkenden Müllberg im Garten in dem womöglich Ratten hausen? Gerade wenn man die Reste von der Lebensmittelzubereitung kompostiert, ist es wichtig, darauf zu achten, was lieber nicht auf den Kompost soll: Das sind die Reste von Fleisch, Käse, Backwaren. Geeignet sind Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz, Teeblätter und Eierschalen.

Im Garten kann außer Pflanzenteilen, die mit Wurzelälchen oder Kohlhernie infiziert sind fast alles auf den Kompost. Bei Unkräutern gilt es zu beachten: Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke lieber nicht auf den Kompost und bei Unkräutern, die schon Samen angesetzt haben, bin ich auch lieber vorsichtig. Auch Blätter von Eiche und Walnuss sollten wegen der vielen Gerbsäure nicht in zu großen Mengen auf den Kompost. Manche Gärtner legen einen eigenen Kompost für Wurzelunkräuter an, eine Freundin hat genau für diese Fälle einen Thermokomposter neben dem Komposthaufen stehen.

Zum Aufbau eines Komposthaufens

Der Platz für einen Komposthaufen sollte halbschattig bis schattig sein, wichtig ist darauf zu achten, dass der Kompost nicht zu trocken wird. Bei sehr trockenem Wetter sollte ein Kompost auch mal gegossen werden! Der Komposthaufen oder die Kompostmiete sollte Bodenkontakt haben, damit Bodenlebewesen die Pflanzenreste in Humus umwandeln und Zugang haben. Eine Lage Maschendraht auf dem Boden verhindert das Eindringen von Wühlmäusen. Wichtig beim Befüllen eines Komposthaufens ist, dass grobe Abfälle (Strauchschnitt) mit feinen (Rasenschnitt) und feuchten (Gemüsereste) und trockenen (Blätter im Herbst) gut gemischt und locker aufgeschichtet werden. Der Kompost darf nicht verdichtet werden, da er durch den entstehenden Sauerstoffmangel faulen würde und das stinkt und ergibt keine schöne neue Erde. Es gibt Zuschlagstoffe, die die Mikroorganismen bei ihrer Arbeit unterstützen. Das sind Hornmehl als Stickstofflieferant, Stein- und Algenmehle, die Spurenelemente liefern oder Kompostbeschleuniger, die alle benötigten Nährstoffe in perfektem Verhältnis enthalten, und so den Umwandlungsprozess beschleunigen. Auch etwas reifer Kompost ist eine gute Starthilfe für einen neuen Komposthaufen.

Fortsetzung folgt
 
                  
  Nachhaltig gärtnern – Tipps und Anregungen
Teil 3 und Schluss
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, April 2023)
Autorin: Svenja Schwedtke

Boden

Der Boden ist das Wichtigste im Garten, er will gepflegt und gut behandelt werden, nur dann können Pflanzen gesund in ihm wachsen. - Eine Nährstoffversorgung der Pflanzen ist unerlässlich, denn dadurch wachsen die Pflanzen gesund. Düngen Sie möglichst ohne Chemie, z. B. mit Kompost und Mist, das ist Bodenpflege! - Kompost ist das Gold des Gärtners, das ist wirklich wahr, denn im Kompost wird aus Küchen- und Gartenabfällen wunderbare frische Erde, die der Bodenverbesserung dient und die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Legen Sie unbedingt einen Komposthaufen an. - Freie Flächen, z. B. im Gemüsegarten können mit Gründünger eingesät werden. Das wirkt bodenstärkend, nährstoffanreichernd und schattiert den Boden, bewahrt ihn so vor Austrocknung. - Sie können Brühen und Jauchen zur Pflanzenstärkung einfach selber herstellen. - Achten sie auf die Inhaltsstoffe Ihrer Pflanzenerden, Blumenerde aus Torf muss nicht sein, es gibt gute torffreie Alternativen mit Kokos- und Kompostanteilen.


Upcycling/Wiederverwertung

Grundsätzlich ist es sinnvoller, wiederzuverwenden, zu reparieren und Upcycling als neu zu kaufen: - Seien Sie kreativ, wenn es um Pflanzgefäße geht: Zur Anzucht kann man Töpfe aus Zeitungspapier mit Paper Pottern herstellen, Klopapierrollen verwenden oder Plastikgefäße von Joghurt und Gemüse wiederverwenden. - Regionales oder auch gebrauchtes Baumaterial zu verwenden ist sinnvoll, z. B. auf heimische Hölzer bei Gartenmöbeln zurückgreifen, alte Weinkisten für Gartensitzmöbel verwenden oder Hochbeete aus alten Ziegelsteinen bauen. - Werkzeuge sollten hochwertig und langlebig sein. Wenn sie dann gut gepflegt werden, können sie uns sehr lange Zeit gute Dienste tun. - Handwerkzeuge sind energiesparender als Benzin- oder Elektrowerkzeuge. - Manche Geräte, wie z. B. Vertikutierer kann man leihen statt sie zu kaufen oder man schafft Werkzeuge und Maschinen mit den Nachbarn gemeinsam an. - Vieles lässt sich auch gebraucht kaufen. - Möglichst plastikfrei gärtnern. - Eine Solaranlage im eigenen Garten ist vielleicht eine Möglichkeit der Stromgewinnung. - Für nachtaktive Insekten ist es wichtig, Lichtverschmutzung zu vermeiden, außerdem spart es Strom, seine Gartenbeleuchtung nicht die ganze Nacht brennen zu lassen.


Seelenpflege

Lassen Sie es sich im Garten gut gehen, die Seele baumeln lassen, auftanken, denn er ist für die Seelenpflege und für das Wohlbefinden des Gärtners und der Gärtnerin da!

Schluss
 
                  
  Nachhaltig gärtnern – Tipps und Anregungen
Teil 2
(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, April 2023)
Autorin: Svenja Schwedtke

Tiere

Im Garten ist man nie allein…
- Viele Tiere unterstützen uns als Schädlingsbekämpfer und Gartenhelfer: so fressen Vögel Blattläuse, Igel und Kröten fressen Schnecken und viele Insekten befruchten die Pflanzen im Garten oder helfen bei der Umsetzung von organischem Material zu Humus.
- Damit die Tiere sich wohl fühlen, sollten Sie ihnen Unterschlupfmöglichkeiten wie Insektenhotels oder Vogelkästen anbieten. Stein-, Laub- oder Totholzhaufen schaffen ebenfalls Lebensräume für Tiere.
- Es ist schön, wenn Wege nicht zu dicht gepflastert sind, in Ritzen wohnen Wildbienen und andere Insekten.
- Der Boden sollte möglichst wenig versiegelte Fläche haben, damit das Regenwasser versickern kann.


Wasser sparen

Wasser ist ohnehin ein kostbares Gut, nicht erst nach den trockenen Jahren macht es Sinn, darüber nachzudenken, wie man mit weniger Wasser auskommt.
- Regenwasser kann man auffangen in Tonnen, Zisternen oder einem Teich.
- Man kann auch Wasser im Haushalt sammeln, z. B. vom Salat oder Gemüse waschen.
- Es macht einen großen Unterschied, wann und wie man seinen Garten bewässert: morgens ist es sinnvoller als abends. Selten und durchdringend ist viel sinnvoller als häufig ein bisschen, denn das verdunstet schneller und die Pflanzen werden nicht angeregt, tiefe Wurzeln zu bilden.
- Von Hand gießen, zum Beispiel mit einem Gießgerät am Schlauch oder der Gießkanne ist sinnvoller, als mit dem Sprenger zu arbeiten, weil der auch viel daneben gießt.
- Mulchen Sie Beete mit Laub oder Rasenschnitt, die Bodenbedeckung hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt zusätzlich das Unkraut.
- Auch eine standortgerechte Pflanzenauswahl spart Wasser!

Fortsetzung folgt
 
                  
  Nachhaltig gärtnern – Tipps und Anregungen
Teil 1

(Quelle: Der Hessische Obst- und Gartenbau, April 2023)
Autorin: Svenja Schwedtke

Kaum ein Begriff wird in letzter Zeit so vielschichtig verwendet, wie der der Nachhaltigkeit. Ursprünglich kommt das Wort aus der Waldwirtschaft des 17. Jahrhunderts und bedeutet, nur so viel Wald abzuholzen, wie sich gleichzeitig regenerieren kann. Nachhaltige Entwicklung ist also eine Entwicklung, die sicher stellt, dass zukünftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, als gegenwärtig lebende.
Nachhaltigkeit ist also auf die Gegenwart und auf die Zukunft ausgerichtet. In ihrem Zentrum stehen wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte.

Auf den Garten und das Gärtnern bezogen, denkt man sofort an biologisches Gärtnern, Gärtnern mit der Natur und das Schonen der Ressourcen. Und sicher ist es so, wie es immer im Naturschutz ist, dass es nur ein Versuch, ein Bemühen sein kann – niemand kann 100 prozentig konsequent sein! Aber wenn alle sich Mühe geben, den Garten als Teil eines Ökosystems sehen und ein bisschen bewusster mit Pflanzen, Tieren und der Natur umgehen, ist schon viel gewonnen!

Wie nun kann ganz praktisch jeder in seinem Garten etwas nachhaltiger wirtschaften?

Pflanzen

Mit der Pflanzenauswahl haben wir vieles in der Hand…
- Es ist ökologisch sinnvoller, eine große Artenvielfalt zu fördern und Pflanzengemeinschaften statt Monokulturen anzulegen.
- Naturnahes Gärtnern bedeutet, insektenfreundlich und nützlingsfördernd zu arbeiten, auf Pestizide zu verzichten – ein Garten muss nicht wie geleckt sein.
- Pflanzenstärkender Pflanzenschutz wirkt vorbeugend, wenn es den Pflanzen gut geht, sind sie nicht so anfällig. Es muss nicht darauf gewartet werden, bis die Pflanze von Pilzkrankheiten oder Schädlingen befallen ist, um zu reagieren.
- Grüne Dächer und Wände schaffen Lebensräume für Vögel und Insekten. Sie produzieren Sauerstoff und isolieren die Gebäude, so senken sie die Heizkosten.
- Achten Sie bei der Pflanzenauswahl auf die Standortbedingungen, damit die Pflanzen optimal stehen, dann wachsen sie deutlich williger und gesünder, als an unpassenden Standorten.
- Bei Obst und Gemüse ist es sinnvoll, gesunde und robuste Sorten auszuwählen.
- Beachten Sie die Prinzipien der Mischkultur und Fruchtfolge im Gemüsegarten, damit sich sie Pflanzen gegenseitig stärken, statt sich Kraft zu nehmen.
- Eine Hecke ist ökologisch wertvoller als ein Zaun, weil Tiere darin brüten, sich verstecken und evtl. Nahrung finden können.
- Unkraut kann man auch mal stehen lassen, denn nur wo Brennnesseln wachsen, können manche Raupen zu Schmetterlingen werden.

Fortsetzung folgt